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Bagfahrt 2005

Reisebericht der Bag-Fahrt vom 17.08.2005 – 21.08.2005

Ungarische Flagge Deutsche Flagge
Am Mittwoch dem 17.08.2005 um 21.00 Uhr war es mal wieder soweit: Eine Gruppe der Gemeinde Malsfeld machte sich auf, zu einem Besuch in unsere ungarische Partnerschaftsgemeinde Bag, welche ca. 35 Kilometer östlich von Budapest liegt. Anlass waren diesmal die Feierlichkeiten anlässlich der 10-jährigen Partnerschaft zwischen beiden Gemeinden. Klar auch, dass sich wieder einige Fußballer der SG mit auf die Reise machten. Im Vorfeld wurde allerdings vereinbart, dass (vor allem wegen der großen Reisestrapazen…) dieses Mal kein Freundschaftsspiel gegen unsere Freunde aus Bag ausgetragen werden sollte, was auf Grund des Ergebnisses vom letzten Jahr (eine sehr deprimierende 2-8 Niederlage) überwiegend auf Zustimmung stieß.

Hier nun eine kurze Zusammenfassung der Ereignisse der diesjährigen Bag-Fahrt:

Mittwoch, 17.08.2005:
Bag-Fahrt 2005 Foto1 Bag-Fahrt 2005 Foto2
Nachdem man zuvor noch ein Abschlusstraining abhielt, startete die diesjährige Bag-Tour um 21.00 Uhr auf dem Rathausplatz in Malsfeld. Leider stand uns in diesem Jahr der Clubliner der Firma Fröhlich nicht zur Verfügung, da dieser über keine Klimaanlage verfügt, bevorzugte man einen „normalen“ Reisebus. Dies tat der guten Laune der Mitreisenden aber keinen Abbruch, da die Vorfreude, auf Grund der Erfahrungen im letzten Jahr in Bag, überwog. Außerdem kam es auch so zu einer Duplizität der Ereignisse des Vorjahres: Die Autobahn war noch nicht erreicht und schon war der Würfelbecher gezückt. Nachdem im Vorjahr die verlorenen Spiele sehr einseitig verteilt waren, kann dieses Jahr berichtet werden, dass die verlorenen Runden doch sehr gleichmäßig verteilt waren, was dazu führte, dass man bis Passau durchhielt.

Als gegen 1.45 Uhr die deutsch-österreichische Grenze hinter uns lag wurde es dann doch merklich ruhiger im Bus und der Rest der Nacht wurde von den meisten Mitreisenden überwiegend mit Schlafen verbracht. Wie im Vorjahr war natürlich immer genau dann Pause, wenn man gerade eingeschlafen war, was wir unseren beiden guten Busfahrern aber nicht übel nehmen.

Donnerstag, 18.08.2005:
Bag-Fahrt 2005 Foto3 Bag-Fahrt 2005 Foto4
Über 2 Zwischenstopps erreichte man dann gegen 8.45 die österreichisch-ungarische Grenze, wo erst mal eine Ausweiskontrolle durchgeführt wurde, was Folgen haben sollte: Da 2 unserer Mitspieler ein Visum für Ungarn benötigen, was vorher aber niemand der Mitreisenden wusste, kam es zu einer ungeplanten Pause von einer halben Stunde. In diesem Zusammenhang geht noch mal eine Riesendank an unseren Ungarn Sandor Molnar und an Herbert Vaupel, die die Grenzbeamten relativ schnell und unbürokratisch überzeugen konnten, dass auch diese beiden die Reise mit uns fortzusetzen haben. Auch an die Grenzbeamten geht noch mal ein Dank, da auch diese recht unbürokratisch handelten. Und so durften auch die beiden „Studenten“ weiter mit uns reisen

Die weitere Reise verlief dann relativ unspektakulär und gegen 11.15 Uhr erreichte man Budapest. Leider gibt es immer noch keine wirkliche Ortsumgehung um nach Bag zu gelangen, was ebenfalls noch zu geringeren Verzögerungen führte, aber nach mittlerweile 13,5 Stunden Busfahrt auch keinen mehr wirklich interessierte. Denn auch so erreichte man gegen 12.30 endlich Bag, wo unsere Gastgeber bereits auf uns warteten. Nachdem man im Kulturhaus empfangen wurde, begab man sich anschließend in die Gastfamilien, wo man, wie schon in den Vorjahren, sensationell verköstigt wurde.

Der Rest des Tages stand zur freien Verfügung mit den Gastfamilien, was unterschiedlich genutzt wurde. Während die einen sich u. a. zum (nur 20 Kilometer entfernten) Hungaroring begaben, holten die Anderen erst mal etwas Schlaf nach! Einige Fußballer hatten sich aber fest vorgenommen, dieses Mal Budapest bei Nacht zu erleben. Unter anderem auch der Schreiber dieser Zeilen.

Man kann jedem Bag-Besucher diesen Trip nur empfehlen, denn das Ambiente auf dem Burgberg bei Nacht ist wirklich etwas Einmaliges. Als Stimmungskanone Nummer 1 erwies sich bei dem Budapest-Trip wieder einmal Bahattin Aydin. Einer Straßenmusikantin rang er das Versprechen ab, dass er auf ihrer Geige spielen darf, wenn er ihr ein Bier ausgibt. Das führte dazu, dass er eine halbe Stunde Geige spielte und der Rest der Gruppe Bauchschmerzen vor Lachen bekam. Wie viel Geld er als Musiker einnahm ist allerdings nicht überliefert. Nur, dass deutsche Rucksacktouristen, aus Begeisterung über sein Geigenspiel mehrere Euro für diese sensationelle Darbietung gezahlt haben sollen…

Nach diesen aufregenden Ereignissen war man allerdings dann doch froh, dass man sich zu Bett begeben konnte und endlich einmal mehr als 30 Minuten am Stück schlafen konnte.

Freitag, 19.08.2005:
Bag-Fahrt 2005 Foto5 Bag-Fahrt 2005 Foto6
Nach, endlich einmal, durchschlafener Nacht erwartete Einige schon wieder die dicke Überraschung beim Frühstück: Konnte man im letzten Jahr noch, aufgrund des bevorstehenden Fußballspiels, dankend den obligatorischen Palinka zum Frühstück ablehnen, gab es dieses Mal kein entrinnen. Vor allem diejenigen, die erstmalig dabei waren, zeigten sich doch etwas verwundert darüber. Wenigstens konnte man sich dann doch noch darauf einigen, dass man erst mal frühstücken wollte, bevor man loslegte…

An diesem Freitag stand zunächst einmal der Besuch einer nahe gelegenen Pferdezucht an. Nach der üblichen Begrüßung (einen Palinka für jeden Besucher) stand zunächst einmal eine Kutschfahrt für alle an, bei der man das Gelände gezeigt bekam. Anschließend gab es eine Reitvorführung, in deren Rahmen die unterschiedlichen Epochen Ungarns vorgestellt wurden.

Das Mittagessen wurde in dem auf dem Gelände liegenden Restaurant eingenommen. Hier waren dann einige unserer Scherzkekse der Meinung, dass wirklich jeder einmal von der Pepperoni oder der scharfen Paprika probieren sollte. Und so verzog sich manch eine Miene, als man die scharfen Kerne im Getränk wiederfand. Ein Brennen vom Mund bis in die Magengegend für ca. 20 Minuten waren die Folge… Zum Abschluss des Besuches versuchten sich einige noch als Peitschenschwinger. Es muss allerdings konstatiert werden, dass alle, außer Laszlo Nyerges und mit Abstrichen Bahattin Aydin, nicht zum Indiana Jones taugen.

Der Nachmittag wurde wieder in den Familien verbracht, da bereits um 18.00 das nächste Highlight anstand: Die Feierlichkeiten anlässlich der 10-jährigen Partnerschaft zwischen Bag und Malsfeld. Vorher besuchten einige Spieler noch das Fußballtraining von Bag, was uns aber leider, auf Rückfrage, auch keinen Strich in Armins Trainingsliste einbringen wird. Da uns einige Spieler wiedererkannten, kam man ins Gespräch und kündigte dann auch gleich einmal das Ergebnis für das Spiel im nächsten Jahr an. Höhepunkt der Partnerschaftsfeier war die erneute Beurkundung der Partnerschaft zwischen Bag und Malsfeld durch die jeweiligen Bürgermeister. Eine weitere, wieder einmal unvergessliche Fete, schloss sich an. Dabei wurde auch wieder ganz klar deutlich, dass es keiner weiteren Beurkundung der Freundschaft gebraucht hätte, denn die Freundschaft wurde an diesem Abend von den Teilnehmern vorgelebt.

Anschließend zog es einige noch in eine nahe gelegene Kneipe, während die Meisten sich doch auf den Heimweg begaben um fit für den nächsten Morgen zu sein.
Bag-Fahrt 2005 Foto7 Bag-Fahrt 2005 Foto8
Samstag, 20.08.2005:

Um 11.00 traf man sich erneut in der Kulturhalle von Bag, wo die Feierlichkeiten anlässlich des ungarischen Nationalfeiertages anstanden. Absolutes Highlight dabei war sicherlich die Tanzvorführung einer Tanzgruppe aus Bag, was wahre Begeisterungsstürme im Publikum nach sich zog.

Nach dem (wieder einmal sensationellem) Mittagessen stand eine Fahrt in die Weinstadt Eger auf dem Programm, welche noch einmal 80 Kilometer weiter im Osten liegt. Da unsere Busfahrer dort etwas die Orientierung verlor (was er auch selbstkritisch, wie er nun mal ist, gleich eingestand!), hatte man lediglich 1 Stunde Zeit für einen kurzen Stadtrundgang, was sich allerdings schwierig gestaltete, da bereits der Anmarsch vom Parkplatz in die Stadt 20 Minuten dauerte. Das reichte allerdings für Einige schon wieder, um noch einen netten Biergartenbesuch mitzunehmen… Die Folge hiervon war dann, dass diese Biergartenbesucher dann (wie bereits einige im letzten Jahr in Budapest) zu spät zum Bus kamen. Hierbei möchte sich der Schreiber dieser Zeilen noch mal ausdrücklich für das Verständnis unserer Mitfahrer dafür bedanken.

Anschließend begab man sich auf das riesige Weingut in Eger. Dort erwartete uns eine Weinprobe und auch hier zeigte sich, das alle Fußballer mit einer Top-Kondition angereist waren. In einem kleinen Wettkampf von 8 Leuten belegten Andreas Garde, Bahattin Aydin uns Olli Schneider die Top-Plätze, was zur Folge hatte, dass der bekennende Biertrinker Andreas Garde, eine Flasche Wein gewann, was doch zu einigem Schmunzeln führte. Einziger kleiner Kritikpunkt war dann anschließend, dass man vielleicht doch zu viel Programm in einen Tag gesteckt hatte, was aber der allgemein guten Stimmung auf der Heimfahrt nach Bag keinen Abbruch tat. Im Gegenteil, denn diese hatte nach der Weinprobe ihren absoluten Höhepunkt erreicht…

Der Abend wurde dann wieder zusammen mit den Familien verbracht. Während Einige sich zum Grillen trafen, wurden andere auf die Feste, anlässlich des Nationalfeiertages, in der Umgebung eingeladen. Dort gab es dann wieder Feuerwerke zu besichtigen, die ihresgleichen suchen. Die größten Feierlichkeiten waren hierbei in Aszód bzw. Hèvizgyörk, wo es auch einige von uns hinzog und wo man den Abend bzw, die Nacht ausklingen ließ. Es ist überliefert, dass ein Spieler unserer Mannschaft auf einer der Feten die Liebe seines Lebens getroffen haben soll, auch wenn er kein Wort mit ihr gewechselt hat…

Auch anlässlich dieser Feten zeigte sich nochmals deutlich, dass die Freundschaft wirklich von allen Beteiligten auf beiden Seiten getragen wird, denn zu diesen Feierlichkeiten war größtenteils auch immer der komplette Freundeskreis eingeladen und auch mit denen wurden sofort Freundschaften geschlossen.

Sonntag, 21.08.2005:
Bag-Fahrt 2005 Foto9 Bag-Fahrt 2005 Foto10
Die letzte Nacht hatte bei einigen Beteiligten doch schwere Spuren hinterlassen. Und nach den Vorkommnissen im Vorjahr, als er beinahe den Bus verpasste, zog es Andreas Garde dieses Mal vor, gleich aufzubleiben, zumal er von seinem „Retter“ im letzten Jahr, Armin Rohde, per SMS darauf aufmerksam gemacht wurde, dass dieser dieses Mal nicht dabei ist um den Bus aufzuhalten. Dennoch haben er, Torben Richter, Bahattin Aydin, Sandor Molnar und Olli Schneider es mal wieder geschafft, 2 Minuten nach der offiziellen Abfahrtszeit da zu sein, was zur Folge hatte, dass alle im Bus zum ersten Freigetränk des Tages kamen… Um 8.15 setzte sich der Bus dann aber doch in Bewegung, da man sich noch ausgiebig von den Gastgebern und deren Freunden verabschiedete.

Auf der Heimfahrt spielten sich die gleichen Szenen wie im Vorjahr ab, denn viele glaubten wieder, dass noch nicht getrunken wurde in den Tagen zuvor. Nur der Spieler, der sich so verliebt hatte musste dann doch vom Rest des Busses etwas getröstet werden und wurde für den Rest des Tages unter den persönlichen Schutz mehrer hochrangiger Mitfahrer gestellt... An der Grenze machten unsere Busfahrer dann den kleinen Fauxpas in Eger wieder wett. Denn alle anderen Fahrzeuge stellten sich in längeren Schlangen an, während wir, nahezu problemlos passieren durften.

Die weitere Fahrt gestaltete sich dann doch relativ unspektakulär. Erst nachdem die deutsch-österreichische Grenze hinter uns lag, zog die Stimmung doch noch mal merklich an. Dabei fielen dann wieder Sprüche, die dem halben Bus die Tränen in die Augen trieben. Vor allem Torben Richter und Andreas Garde hatten endlich wieder etwas Kraft geschöpft und unterhielten den hinteren Teil des Busses im Alleingang, indem Sie immer wieder aus einem Wörterbuch zitierten.

Nach knapp 15,5 Stunden Fahrt erreichte man gegen 23.30 endlich wieder Malsfeld. Wieder einmal mit der Gewissheit, dass 4 unvergessliche Tage hinter uns lagen, die sicherlich neue Freundschaften gebracht haben, aber auch alte Freundschaften verfestigt haben. Auch wenn wir uns wiederholen müssen, aber auch dieses Jahr bleibt uns einfach nur Dank zu sagen, an alle Leute, die an dieser tollen Fahrt mitgewirkt haben. Hervorzuheben sind hierbei vor allem die Partnerschaftsvereine auf beiden Seiten sowie die ungarischen Gastfamilien. Dabei wollen wir bewusst keine Namen nennen, da es unfair wäre, wenn wir hierbei jemanden vergessen würden. Einen besonderen Dank wollen wir trotzdem noch mal unseren Busfahrern, Dirk und seiner Frau, aussprechen, die auch bei der ein oder anderen Verspätung noch die Ruhe bewahrt haben.

Wie im letzten Jahr kann wieder einmal festgestellt werden, dass diese Fahrt in den kommenden Jahren unbedingt wiederholt werden muss. Es ist absolut wünschenswert, dass demnächst noch mehr Spieler mit nach Bag fahren, um zukünftig vielleicht doch wieder ein Fußballspiel austragen zu können, aber auch so kamen alle Mitreisenden auf ihre Kosten.
 
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